31.08.2025
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Musik lebt von Begegnungen. Sie entsteht dort, wo Künstlerinnen und Künstler ihre Stimmen, Instrumente und Ideen verweben und damit etwas erschaffen, das größer ist als die Summe der einzelnen Teile. Gerade in der heutigen Zeit verschwimmen die Trennlinien zwischen den Genres zunehmend. Klassik, Jazz, Liedtradition oder Pop – alles kann ineinanderfließen, wenn die Beteiligten über Offenheit, Neugier und Mut verfügen. Diese Offenheit prägt auch das künstlerische Schaffen von Sabina Hank, die immer wieder Wege findet, vertraute Formen in neue Klangwelten zu verwandeln.

Besonders deutlich zeigt sich dieses Aufeinandertreffen der Welten in der Zusammenarbeit mit dem Geiger Benjamin Schmid. Hier begegnen sich klassische Virtuosität und improvisatorische Freiheit auf Augenhöhe. Der Konzertabend, der Friedrich Gulda gewidmet ist, schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Komposition und Improvisation. Das Projekt, bei dem Benjamin Schmid Violinkonzerte von Gulda und Sabina Hank interpretiert, ist ein Paradebeispiel dafür, wie zwei Musiker durch gegenseitiges Vertrauen und Verständnis Grenzen überwinden können.

Eine andere Facette der künstlerischen Vielseitigkeit offenbart sich in der Begegnung mit Willi Resetarits. Die beiden nähern sich in ihrem gemeinsamen Programm den Texten von Jura Soyfer und HC Artmann – mit großer Sensibilität, Ernsthaftigkeit und musikalischer Leichtigkeit zugleich. Die „Abendlieder“ von Sabina Hank und Willi Resetarits sind ein berührendes Beispiel dafür, wie Worte und Musik miteinander verschmelzen und einen Abend von seltener Intensität erschaffen.

Doch nicht nur in Kooperationen mit anderen Persönlichkeiten beweist Sabina Hank ihre Vielschichtigkeit. Auch als Solokünstlerin sucht sie stets nach neuen Ausdrucksformen. Mit ihrem Album Liebesfarben zeigt sie eindrucksvoll, wie sie Synästhesie, Improvisationslust und Pop-Affinität zu einem einzigartigen Ganzen verbindet. Unterstützt von Hubert von Goisern, gelingt es ihr, Musik zu erschaffen, die gleichermaßen persönlich wie universell wirkt. Das Album „Liebesfarben“ – produziert von Hubert von Goisern – ist nicht nur ein künstlerisches Statement, sondern auch ein Wegweiser für die zukünftige Entwicklung der Musikerin.

So entsteht ein facettenreiches Bild einer Künstlerin, die sich konsequent gegen Schubladendenken stellt und doch immer neue Zugänge zu bekannten Formen eröffnet. Ob im Dialog mit großen Kollegen oder im intimen Rahmen eigener Kompositionen – Sabina Hanks Musik ist stets Einladung, mit offenen Ohren und Herzen zuzuhören.